Mitarbeiterinnen in Technik und Verwaltung - MTV

Bedingt durch die verschiedenen gesetzlichen Vorgaben auf Länderebene zum Amt der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen, richtete die BuKoF 1990 die Kommission MTV ein.

Die Kommission beschäftigt sich mit den Thema Chancengleichheit für das nichtwissenschaftliche, administrative Personal.

Diese Gruppe ist mit ca. 65 000 Beschäftigten die größte an deutschen Hochschulen.

 

Im Gegensatz zur Eingruppierung im wissenschaftlichen Bereich, der sich rein nach Studienabschlüssen orientiert, sind die tariflichen Voraussetzungen für MTV-Beschäftigte die Tätigkeitsmerkmale. Nicht ein Bildungsabschluss, sondern die Aufgabenübertragung und die Tätigkeitsbewertung entscheiden über die Eingruppierung. Die auszuübende Arbeit wird bewertet, nicht die Person oder ihr Bildungsabschluss. Wer und wie diese Arbeit bewertet wird, ist seit nunmehr 40 Jahre Thema und es gibt viele Versuche zu einer "Aufwertung von Frauentätigkeiten" zu kommen. Studien, auch auf EU-Ebene, haben diskriminierende Elemente im BAT (jetzt) TV-L ausgemacht und mahnen ihre Beseitigung an. Es geht um gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

 

Einen Überblick zur Arbeit der Kommission, ihre bisherigen Stellungnahmen und aktuelle Veröffentlichungen finden sie unten.

 

Derzeitige Sprecherinnen der Kommission:

 

Elke Währisch-Große
Universität Duisburg-Essen
stellv. Gleichstellungsbeauftragte
Universitätsstr. 9
45141 Essen
Tel. 0201/183-4331
elke.waehrisch-grosse@uni-due.de

 

Stellvertretende Sprecherinnen

Jutta Grau
Universität Bielefeld
Gleichstellungsbüro
E-Mail: jutta.grau@uni-bielefeld.de  

 

Rosi Wollscheid
Universität Trier
Fachbereich VI
E-Mail: wollsche@uni-trier.de

 

Andrea Zimmer
Universität des Saarlandes
Gleichstellungsbüro
E-Mail: andrea.zimmer@mx.uni-saarland.de

Materialien und Publikationen

    • Stellungnahme der Kommission zur neuen Entgeltordnung, Oktober 2007
    • Vortrag von Dr. Karin Tondorf, Gerechte Vergütung für Frauen und Männer
      Information zum Stand der Entwicklung einer neuen Entgeltordnung für den öffentlichen Dienst,
      Humboldt Universität Berlin 22.1.2007 Vortrag

    • Stellungnahme der BuKoF zu einer neuen Entgeltordnung, Oktober 2006 Stellungnahme

    • EU-Projekt "Umsetzung des Grundsatzes der Entgeltgleichheit durch diskriminierungsfreie(re) Arbeitsbewertung an Hochschulen
      Gertrud Kühnlein, Dr. Anna Stefaniak, Alles was recht ist. Ergebnisse des EU-Projektes zu Entgeltdiskriminierung, Gewichtete Bewertungsergebnisse

    • Dr. Karin Tondorf, Gender Mainstreaming in der Tarifpolitik (Vortrag bei der 13. Jahrestagung der BuKoF)

    Nachtrag zu den letzten fünf Jahren MTV-Kommissionsarbeit (Stand 2015)

     

     

    Schon im Jahr 2010 zeichnete sich ab, dass die forschungsunterstützten Versuche (EU-Projekt: Alles was Recht ist), Entgeltgleichheit mittels einer diskriminierungsfreieren Entgeltordnung herzustellen, beim Umsetzungsversuch scheitern könnten. Zur Zeit warten wir noch immer auf die vereinbarte Erprobung des ver.di-Modells, während die 2012 eingeführte modifizierte Entgeltordnung im TV-L weiterhin frauendominierte Tätigkeiten schlechter und nicht EU-rechtskonform bewertet.

     

    Auf der Suche nach neuen, parallel einzuschlagenden Wegen haben sich die frauenpolitischen Forderungen zwischenzeitlich auf die Beseitigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse verlagert, wie Mini- und Midijobs sowie auf die kritische Sicht auf Teilzeit und Befristungen allgemein und die Durchsetzung eines Mindestlohns. Denn von Verbesserungen in diesen Bereichen profitieren Frauen überproportional.

     

    Zahlenbeweise werden allgemein als Argumentationsgrundlagen immer wichtiger. Die Aktionen rund um den Equal-Pay-Day haben für Statistiken und deren Berechnungsgrundlagen sensibilisiert und unserem Thema eine viel größere Öffentlichkeit erschlossen.

     

    Die Auseinandersetzung um die richtigere statistische Methode zur Herausarbeitung des Verdachts auf Entgeltdiskriminierung (Logib-D oder EG-Check) hat sich inzwischen eher in Richtung EG-Check entschieden. Der EG-Check wird auch von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes für Modellberechnungen empfohlen.

     

    Der immer mal wieder aus der Schublade geholte Entwurf eines „Entgeltgleichheitsgesetzes“ arbeitet ebenfalls mit der Pflicht zur Transparenz­machung von ungleichen Lohnstrukturen durch Statistiken. Auf der BuKof-Jahrestagung 2013 in Stapelfeld hat uns die damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Christa Humme den Gesetzentwurf vorgestellt und von den Schwierigkeiten bei der Umsetzung berichtet. In diesem Jahr hat immerhin die Bundesfamilienministerin Schwesig die Durchsetzung des Entgeltgleichheitsgesetzes für 2015 angekündigt. Wir sind gespannt!

     

    Eine erfolgreiche Strategie unserer Kommission in den letzten Jahren war es, regelmäßig MTV-Themen auf der Tagesordnung der BuKof-Jahrestagung zu platzieren, um auch unsere auf die Wissenschaft fokussierten Kolleginnen an die speziellen Probleme des MTV-Personals zu erinnern:

    Zum Beispiel:

    2015 in Kassel

    1. Lebensphasenbewusste Personalpolitik 50+,

    Andrea Wagner (audit

                berufundfamilie)

     

     

    1. Arbeitszeiten heute und morgen - auf dem Weg zu mehr Geschlechtersensibilität,

                Elke Ahlers (Wirtschafts-und Sozialwissenschaftlichen Institut      

                (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung Düsseldorf)

     

    2014 in Münster

    Ohne sie geht gar nichts! Mitarbeiterinnen in Technik & Verwaltung im Spannungsfeld der Organisation Hochschule

    Dr. Gisela Notz, (Berlin)

     

    2013 Stapelfeld

    Argumente für ein Entgeltgleichheitsgesetz

    Christel Humme, Mitglied des Deutschen Bundestages

     

    2011 Cottbus

    Entgeltgleichheit mit Bezug auf den ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung

    (Dr. Barbara Stiegler, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn)

     

    Trier 2010

    Was ist unsere Arbeit wert?

    (Dr. Karin Tondorf, Seddiner See)

     

     

    Erfreulich ist außerdem, dass immer mehr Netzwerke an den einzelnen Hochschulen von MTV-Frauen und Büromanagerinnen / Sekretärinnen arbeiten, die sich auch bundesweit untereinander vernetzen und damit stärken im Kampf um die Anerkennung ihrer Arbeit:

    Gebündelt werden bundesweite Aktivitäten der universitären /Hochschul-Sekretariate-Netzwerkarbeit auf dieser Seite der Universität Marburg: :

    http://www.uni-marburg.de/hosting/bueromanagement   (noch im Entstehen befindlich)

     

    Projekt an der Universität Hannover: „Mit Schirm, Charme und Methode“

    Inspiriert von dem Ausstellungsprojekt „Die Sonstigen“ der Goethe-Universität Frankfurt fand sich 2011 eine Arbeitsgruppe von Hochschulsekretärinnen der Leibniz Universität Hannover zusammen, um eine Ausstellung zum Arbeitsalltag von Hochschulsekretärinnen zu erarbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro wurde die Ausstellung innerhalb eines einjährigen Arbeitsprozesses sowohl inhaltlich als auch organisatorisch vorbereitet. Die Ausstellung trägt den Titel „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“. Sie ist als Wanderausstellung mit 15 Roll-up-Bannern konzipiert, die zunächst an verschiedenen Orten innerhalb der Leibniz Universität Hannover gezeigt wird. Anfragen von anderen Universitäten und Hochschulen nehmen Frau Ilke Albus und Frau Ute Szameitat   gerne entgegen. E-Mail: ilke.albus@gsb.uni-hannover.de

     

     

     

     

    Es scheint nicht so, dass uns die Arbeit ausgehen könnte.